Henrik Skupin on November 20th, 2005

Das virtuelle Dateisysteme das Leben sehr vereinfachen können, zeigt sshfs mal wieder sehr deutlich. Wie oft habe ich mich damit herumgeärgert, entfernte Dateien über eine SSH-Verbindung zu übertragen. Führt man das relativ selten durch, dann ist die richtige Syntax des Befehles definitiv beim nächsten Mal wieder vergessen. Außerdem ist es über die Shell nicht wirklich komfortabel. Ein Ausweichen auf FTP kommt für mich aufgrund der Sicherheit auch nicht in Frage. Da kam jetzt der Tipp mit sshfs goldrichtig.

sshfs ist ein virtuelles Dateisystem, dass ein entferntes Verzeichnis über eine SSH-Verbindung lokal zur Verfügung stellt. Damit kann wunderbar mit jedem Dateimanager in der Verzeichnisstruktur navigiert werden – und das ohne jegliche Kenntnisse mit SSH. Das Tool liegt als Paket im Debian-Repository vor und nutzt zusätzlich fuse (Filesystem in USErspace). Damit ist jeder Benutzer in der Lage, eigene Mount-Einträge zu definieren.

Die Installation gestaltet sich wie immer einfach. Ein Aufruf des folgenden Befehls installiert alle notwendigen Pakete:

apt-get install sshfs

Gleichzeitig wird fuse eingerichtet. Bestätigen Sie, dass eine neue Gruppe fuse angelegt werden soll.

Damit nun ausgewählte Benutzer sshfs verwenden dürfen, müssen sie als neues Mitglied in die Gruppe fuse aufgenommen werden. Nach deren nächsten Login sollten sie die notwendigen Rechte besitzen.

Aufgrund eines Bugs im Fuse-Paket wird im Moment das notwendige Device /dev/fuse nicht automatisch angelegt. Legen Sie es also manuell als superuser an:

mknod /dev/fuse -m 0666 c 10 229

Damit wäre die Installation und Konfiguration abgeschlossen.

Um nun entfernte Verzeichnisse über SSH zu mounten, ist ein simpler Befehl notwendig:

sshfs [user@]host:[dir]] mountpoint

Und voila, nun können Dateien bzw. Verzeichnisse ganz normal kopiert werden. Zur weiteren Optimierung (Cache, Debug-Modus etc.) stehen zusätzliche Optionen zur Verfügung.

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5 Responses to “sshfs unter Debian nutzen”

  1. schlind says:

    Ui, schick! Werd’ mir das bei Gelegenheit auch anschaun, danke für den Tipp!

  2. Tip für Debianer die aktuelle selbstgebackene Kernel verwenden: Im aktuellen Kernel 2.6.14.6 ist Fuse bereits enthalten. Allerdings ist hierfür libfuse 2.4.0 oder höher Voraussetzung. In Sarge ist libfuse 2.2.1 enthalten, was somit nicht funktioniert. Das Problem lässt sich lösen wenn man Fuse im Kernel nicht auswählt und stattdessen das Modul aus Sarge (fuse-source) nachträglich baut.

  3. Jürgen Striegel says:

    Obiger Tipp von Michael gilt anscheinend auch für die zum Zeitpunkt des Postings aktuelle stable-Version Sarge: das Modul ‘fuse’ ist auch nach der Auflösung der Abhängigkeiten nicht vorhanden. Es ist auch nirgendwo anders im Filesystem zu finden. Lösung (damit auch Newbies was davon haben ;-) ): das Paket ‘fuse-source’ laden, in /usr/src suchen und entpacken, in modules/fuse/kernel gehen und dort den Dreisprung ‘configure’, ‘make’ und ‘make install’ ausführen…
    Voila!

  4. Thomas Besser says:

    Oder man nimmt die Fuse Packages von http://www.backports.org. Funzt tadellos.

  5. Schade. Hab leider kein Linux mehr laufen. Hätte es sonst gern getestet. Aber danke für den Tipp. Zu finden sind die Pakete unter http://backports.org/debian/pool/main/f/fuse/

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